{"id":2779,"date":"2020-08-07T16:49:44","date_gmt":"2020-08-07T14:49:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fffr.de\/?p=2779"},"modified":"2020-07-10T17:00:58","modified_gmt":"2020-07-10T15:00:58","slug":"antikriegstag-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fffr.de\/?p=2779","title":{"rendered":"Antikriegstag 2020"},"content":{"rendered":"<p>AUFRUF DES DEUTSCHEN GEWERKSCHAFTSBUNDES ZUM ANTIKRIEGSTAG:\u00a0<span class=\"cmp_parsed_date\" data-cmp_parsed_date=\"2020-09-01\" data-ce-class=\"Dates\">1. SEPTEMBER<\/span><br \/>\n2020<\/p>\n<p>NIE WIEDER KRIEG! IN DIE ZUKUNFT INVESTIEREN STATT AUFR\u00dcSTEN!<\/p>\n<p>F\u00fcr uns Gewerkschaften ist der Antikriegstag 2020 ein besonderer Tag<br \/>\nder Mahnung und des Erinnerns. Das Ende des Zweiten Weltkriegs und die<br \/>\nBefreiung Europas und der Welt vom Faschismus j\u00e4hren sich zum 75. Mal.<br \/>\nMit seinem \u00dcberfall auf Polen riss Nazi-Deutschland 1939 die Welt in<br \/>\nden Abgrund eines bestialischen Krieges, der unermessliches Leid \u00fcber<br \/>\ndie Menschen brachte und 60 Millionen Tote forderte. 75 Jahre nach<br \/>\nKriegsende liegt es an uns, die Erinnerung an diese zahllosen Toten<br \/>\nwachzuhalten und der Millionen von Holocaust-Opfern zu gedenken, die von<br \/>\nden Nazis ermordet wurden. Und wir m\u00fcssen die Erinnerung daran<br \/>\nwachhalten, dass Deutschland angesichts der Menschheitsverbrechen der<br \/>\nNazis besondere Verantwortung f\u00fcr den Frieden tr\u00e4gt. Nie wieder Krieg!<br \/>\nNie wieder Faschismus! So lautet unumst\u00f6\u00dflich die Lehre, die wir<br \/>\nGewerkschaften aus der Geschichte gezogen haben \u2013 und f\u00fcr die wir uns<br \/>\n<span class=\"cmp_parsed_date\" data-cmp_parsed_date=\"2020-07-08\" data-ce-class=\"Dates\">heute<\/span>\u00a0wieder mit all unserer Kraft stark machen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wir erleben derzeit den internationalen Abgesang auf eine Politik der<br \/>\nAbr\u00fcstung, Entspannung und Zusammenarbeit und auf eine neue<br \/>\nmultilaterale Weltordnung, die wir nach dem Fall des Eisernen Vorhangs<br \/>\nerhofft hatten. Stattdessen leben wir in einer Welt, die immer st\u00e4rker<br \/>\naus den Fugen ger\u00e4t. Nationalismus und Militarismus greifen wieder um<br \/>\nsich und setzen eine neue Spirale der Aufr\u00fcstung in Gang. 75 Jahre nach<br \/>\ndem Abwurf der Atombomben \u00fcber Hiroshima und Nagasaki im August 1945<br \/>\nerreicht der nukleare R\u00fcstungswettlauf ungeahnte Ausma\u00dfe. Alle neun<br \/>\nAtomm\u00e4chte stecken Unsummen in die Modernisierung ihrer Nukleararsenale<br \/>\nund Anfang des n\u00e4chsten Jahres k\u00f6nnte mit dem russisch-amerikanischen<br \/>\n\u201eNew Start\u201c-Vertrag das letzte verbliebene R\u00fcstungskontrollregime<br \/>\nf\u00fcr Atomwaffen auslaufen. Auch deshalb ist es nicht hinnehmbar, dass<br \/>\ndie deutsche Bundesregierung sich weiterhin weigert, den UN-Vertrag<br \/>\n\u00fcber das Verbot von Atomwaffen zu unterzeichnen.<\/p>\n<p>Welche Dimensionen das Wettr\u00fcsten inzwischen erreicht hat, zeigen die<br \/>\naktuellen Zahlen. Die globalen R\u00fcstungsausgaben belaufen sich<br \/>\ninzwischen auf 2 Billionen US-Dollar. Die deutsche Bundesregierung<br \/>\nspielt dabei eine unr\u00fchmliche Vorreiterrolle. Deutschland ist nicht nur<br \/>\nviertgr\u00f6\u00dfter R\u00fcstungsexporteur weltweit, sondern ist bei den L\u00e4ndern<br \/>\nmit den meisten R\u00fcstungsausgaben auf den siebten Platz vorger\u00fcckt.<br \/>\nWenn die Bundesregierung die NATO-Zielvorgabe erf\u00fcllen w\u00fcrde, zwei<br \/>\nProzent des deutschen BIP f\u00fcr Verteidigung auszugeben, so k\u00f6nnte dies<br \/>\neine weitere Erh\u00f6hung des Wehretats um mehr als 20 Milliarden Euro<br \/>\nbedeuten.<\/p>\n<p>Die Corona-Krise f\u00fchrt drastisch vor Augen, wie verantwortungslos diese<br \/>\nGeldverschwendung ist. Besonders deutlich zeigt sich dies im Globalen<br \/>\nS\u00fcden. So sind etwa in vielen L\u00e4ndern Lateinamerikas gro\u00dfe<br \/>\nBev\u00f6lkerungsteile schutzlos dem Virus ausgesetzt, weil es an einer<br \/>\nfl\u00e4chendeckenden Gesundheitsversorgung fehlt und die dortige<br \/>\nZwei-Klassen-Medizin Angeh\u00f6rige der Ober- und Mittelschicht<br \/>\nprivilegiert. Gleichzeitig sind die R\u00fcstungsausgaben in der Region in<br \/>\nj\u00fcngster Zeit stark angestiegen \u2013 Geld, das f\u00fcr den dringend<br \/>\nn\u00f6tigen Ausbau der Gesundheits- und Sozialsysteme fehlt. Aber auch im<br \/>\nFalle Deutschlands legt die Corona-Krise schonungslos offen, wie<br \/>\ngravierend die Fehlverteilung \u00f6ffentlicher Mittel ist. Im<br \/>\nBundeshaushalt 2020 waren urspr\u00fcnglich 12 Prozent der Ausgaben f\u00fcr den<br \/>\nVerteidigungsetat vorgesehen, w\u00e4hrend nur ein Drittel davon in das<br \/>\nGesundheitssystem flie\u00dfen sollte.<\/p>\n<p>Es ist h\u00f6chste Zeit, das Ruder herumzurei\u00dfen! Die Pandemie, der<br \/>\nKlimawandel, die Digitalisierung \u2013 all diese gewaltigen<br \/>\nHerausforderungen bedrohen den gesellschaftlichen Zusammenhalt und<br \/>\nvergr\u00f6\u00dfern die soziale Ungleichheit. Wir m\u00fcssen gegensteuern! Daf\u00fcr<br \/>\nsind neben einem starken und solide finanzierten Sozialstaat immense<br \/>\n\u00f6ffentliche Investitionen n\u00f6tig \u2013 in Gesundheit und Pflege, in unser<br \/>\nBildungssystem, in eine sozial-\u00f6kologische Gestaltung der Energie- und<br \/>\nVerkehrswende, in die kommunale und digitale Infrastruktur und in den<br \/>\nsozialen Wohnungsbau. Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, sich<br \/>\nendg\u00fcltig von der Zwei-Prozent-Vorgabe der NATO zu l\u00f6sen und die f\u00fcr<br \/>\nR\u00fcstungsausgaben vorgesehenen Mittel in ein sozial gerechtes<br \/>\nDeutschland und Europa mit nachhaltigen Zukunftsper-spektiven zu<br \/>\ninvestieren.<\/p>\n<p>Um dieser Forderung politischen Nachdruck zu verleihen, ruft der DGB als<br \/>\nPartner der Friedensinitiative \u201eAbr\u00fcsten statt Aufr\u00fcsten\u201c<br \/>\n(https:\/\/abruesten.jetzt) \u00f6ffentlich dazu auf, sich am diesj\u00e4hrigen<br \/>\nAntikriegstag mit zahlreichen Aktionen zu beteiligen.<\/p>\n<p>Willi van Ooyen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>AUFRUF DES DEUTSCHEN GEWERKSCHAFTSBUNDES ZUM ANTIKRIEGSTAG:\u00a01. SEPTEMBER 2020 NIE WIEDER KRIEG! IN DIE ZUKUNFT INVESTIEREN STATT AUFR\u00dcSTEN! F\u00fcr uns Gewerkschaften ist der Antikriegstag 2020 ein besonderer Tag der Mahnung und des Erinnerns. 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