{"id":50,"date":"2006-09-05T17:57:33","date_gmt":"2006-09-05T16:57:33","guid":{"rendered":"http:\/\/rib-ev.de\/blog\/?p=50"},"modified":"2006-09-13T19:58:48","modified_gmt":"2006-09-13T18:58:48","slug":"situation-der-stadtepartnerschaft-freiburg-isfahan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fffr.de\/?p=50","title":{"rendered":"Situation der St\u00e4dtepartnerschaft Freiburg-Isfahan"},"content":{"rendered":"<p>Die am 7. September 2006 im Historischen Rathaus durch die Stadt Freiburg organisierte Veranstaltung \u201eChance und Herausforderung f\u00fcr den zivilgesellschaftlichen und kulturellen Dialog mit dem Iran\u201c im Rahmen der St\u00e4dtepartnerschaft Freiburg \u2013 Isfahan erstaunt.<br \/>\nNicht deshalb, weil diese St\u00e4dtepartnerschaft hoffentlich noch l\u00e4nger existiert und mit mehr Leben erf\u00fcllt werden soll(te) als bisher. Nicht deshalb, weil es bislang zuviel Inhalt in dieser Partnerschaft gegeben hat, (sondern eher zu wenig).<\/p>\n<p>Dass die anwesenden Diskussionsteilnehmer durch besondere Fachkenntnis hierzu ausgewiesen sein sollen, erstaunt eher. Dies deshalb, weil die St\u00e4dtepartnerschaft bislang \u00fcberwiegend durch den tats\u00e4chlich zivilgesellschaftlichen Kommunikations-prozess bef\u00f6rdert wurde \u2013 nur ist leider niemand aus diesem Sektor auf dem Podium vertreten. Sie sind bestenfalls als Zuh\u00f6rerInnen eingeladen worden.<\/p>\n<p><!--more-->Um nur ein Beispiel zu geben: Im M\u00e4rz 2006 war eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe von basisorganisierten Mitgliedern verschiedener NGO\u201cs aus Isfahan zu einem einw\u00f6chigen Besuch in Freiburg.<br \/>\nEs fanden in diesem Zusammenhang u.a. Veranstaltungen im Marienbad, in der P\u00e4dagogischen Hochschule, in der Gerichtslaube und ein Konzert statt. Die Reise diente auch der direkten Begegnung mit der Bev\u00f6lkerung vor Ort.<\/p>\n<p>Von Seiten der offiziellen st\u00e4dtischen Politik wurde diese aus Isfahan mit viel M\u00fchen und Aufwand angereiste Delegation nach unseren Informationen \u00fcberwiegend als \u201eNicht-Ereignis\u201c behandelt; weder gab es aus der offiziell vorhandenen St\u00e4dte-Partnerschaftsidee ausreichende Unterst\u00fctzung noch wurde der Aufenthalt durch die Stadtverwaltung geb\u00fchrend mitgetragen. Auch die Mitglieder des Gemeinderats wurden von der Stadt offenbar nicht \u00fcber die diversen Veranstaltungen informiert. (Von den hier geladenen Diskussionsteilnehmern wurde ohnehin niemand gesichtet.)<\/p>\n<p>Diese \u00fcberwiegende Missachtung durch die st\u00e4dtischen Gremien st\u00f6\u00dft auf Unverst\u00e4ndnis. Zwar gab die Stadtverwaltung noch kurz davor bekannt: \u201eFreiburg h\u00e4lt weiter an Isfahan fest\u201c (Bad. Ztg. 8.2.06) \u2013 diesen Worten folgen aber leider zu wenig erkennbare Taten.<br \/>\nHat sich die st\u00e4dtische Politik durch den \u201eSpiegel-Artikel\u201c vom 5.2.06 beeindrucken lassen? Dieser hatte unter dem Titel \u201eDie Bombe und die heile Welt von Freiburg\u201c in schlechter Manier die Attacken der Jungen Union und ihres Sprachrohrs Daniel Sander bef\u00f6rdert und die internationale Politik in die Auseinandersetzung eingebracht.<br \/>\nDieses markante \u201eSprachrohr\u201c, dem sich in der Regel auch der Herr v. Wogau gewogen f\u00fchlt, hat sich kurz vor dieser Podiumsdiskussion erneut in unsachlicher Weise zu einem Ende der St\u00e4dtepartnerschaft ge\u00e4u\u00dfert. Wird deshalb hier diskutiert, weil die \u201eJunge Union\u201c die Themen (be)setzt?<\/p>\n<p>Zwar ist nachvollziehbar, dass sich eine St\u00e4dtepartnerschaft kaum von der offiziellen Politik v\u00f6llig unabh\u00e4ngig machen kann, schon die letzte Absage der offiziellen st\u00e4dtischen Delegation (Okt. 2005) wurde damit begr\u00fcndet, dass der iranische Pr\u00e4sident sich in antisemitischer Weise gegen\u00fcber Israel ge\u00e4u\u00dfert hatte. Aber die iranische Atompolitik und die Attacken der USA gegen diese (fragw\u00fcrdige) Nuklear-Entwicklung haben in einer St\u00e4dtepartnerschaft m\u00f6glichst nichts zu suchen.<\/p>\n<p>Eine zwischen zwei St\u00e4dten ausgearbeitete und entwickelte Freundschaftsbeziehung muss sich den politischen Scharm\u00fctzel entziehen k\u00f6nnen (sonst w\u00fcrden einige St\u00e4dtepartnerschaften der Stadt Freiburg immer wieder in die politischen Wirren einbezogen werden).<br \/>\nSie hat sich stattdessen an den Interessen der jeweiligen EinwohnerInnen zu orientieren, an dem Austausch mit der Bev\u00f6lkerung und an einem gleichberechtigten Dialog.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten daher nochmals mit Nachdruck darauf hinweisen und auch von der Stadt Freiburg erwarten, dass eine Partnerschaft mit Isfahan eine besondere Gelegenheit bietet.<br \/>\nDies ist auch unter dem Aspekt der vertrauensbildenden Ma\u00dfnahmen erforderlich und sinnvoll. Erst die Begegnung und der Erfahrungsaustausch schaffen eine Atmosph\u00e4re des gegenseitigen Respekts und der Entwicklung eines kommunikativen Verh\u00e4ltnisses.<br \/>\nIsfahan ist an der weltweiten Bewegung \u201eMayors for Peace\u201c beteiligt (wie \u00fcbrigens Freiburg auch), die sich in der weltweiten Abr\u00fcstung engagieren. Dies bietet eine besondere Chance der gemeinsamen Entwicklung.<\/p>\n<p>Wenn im Herbst erneut \u2013 unter \u201eIran.com\u201c \u2013 kulturelle Veranstaltungen stattfinden werden, gibt es eine weitere Chance des Ausbaus der St\u00e4dtepartnerschaft. Wir haben bei dem Besuch im M\u00e4rz erleben k\u00f6nnen, welch gro\u00dfes Interesse an diesem Austausch besteht. Die Stadt h\u00e4tte auch die M\u00f6glichkeit, sich vielf\u00e4ltig an diesen Entwicklungen zu beteiligen.<\/p>\n<p>Wir legen daher \u2013 auch im Hinblick auf einen k\u00fcnftigen Austausch \u2013 Wert auf einen respektablen Umgang mit den G\u00e4sten aus einem ebenfalls der Gastfreundschaft verpflichteten Land.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Friedensforum c\/o R\u00fcstungsinformationsb\u00fcro, St\u00fchlinger Str. 7, 79106 Freiburg <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die am 7. September 2006 im Historischen Rathaus durch die Stadt Freiburg organisierte Veranstaltung \u201eChance und Herausforderung f\u00fcr den zivilgesellschaftlichen und kulturellen Dialog mit dem Iran\u201c im Rahmen der St\u00e4dtepartnerschaft Freiburg \u2013 Isfahan erstaunt. Nicht deshalb, weil diese St\u00e4dtepartnerschaft hoffentlich noch l\u00e4nger existiert und mit mehr Leben erf\u00fcllt werden soll(te) als bisher. 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