{"id":960,"date":"2009-07-08T19:04:35","date_gmt":"2009-07-08T17:04:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fffr.de\/?p=960"},"modified":"2009-07-12T10:40:37","modified_gmt":"2009-07-12T08:40:37","slug":"sommer-aktionen-gegen-atomwaffen-httpwwwgraswurzelnetnewsgaaa2009shtml","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fffr.de\/?p=960","title":{"rendered":"Sommer-Aktionen gegen Atomwaffen:  http:\/\/www.graswurzel.net\/news\/gaaa2009.shtml"},"content":{"rendered":"<h3>Camp: 13. Juli bis 9. August 2009<\/h3>\n<p>Kommt in der Zeit vom 13. Juli bis zum 9. August ins Aktionscamp                  am Atomwaffenst\u00fctzpunkt B\u00fcchel in die S\u00fcdeifel (Rheinland-Pfalz).                  Wir wollen f\u00fcr vier Wochen t\u00e4glich immer neue Gruppen und Einzelpersonen                  gewinnen, die mit gewaltfreien Aktionen auf die dortige illegale                  Atomwaffenstationierung aufmerksam machen. Die Protestformen sollen                  vielf\u00e4ltig sein: Mahnwachen, Blockaden, Go-In Aktionen, Kletteraktionen                  mit Transparenten, Umrundungen des Fliegerhorstes (mit Verteilung                  von Infobl\u00e4ttern an die SoldatInnen zur Befehlsverweigerung ihrer                  illegalen Arbeit), Infost\u00e4nde in der Touristenhochburg Cochem                  &#8230; M\u00f6glichkeiten gibt es viele!<\/p>\n<p>Der Fantasie sind erst dort Grenzen gesetzt, wo die Aktion nicht                  mehr gewaltfrei ist. Es geht uns darum, durch die St\u00f6rung des                  Betriebsablaufs den Druck auf unsere Regierung zu erh\u00f6hen. Das                  wird der Fall sein, wenn wir t\u00e4glich in der Region die Trommeln                  ert\u00f6nen lassen.<\/p>\n<h3>Atomwaffen in Deutschland<\/h3>\n<p>Auf dem Fliegerhorst B\u00fcchel sind ca. 11 bis 20 US-Atombomben                  stationiert, die zusammengenommen einer Sprengkraft von \u00fcber 150                  Hiroshima-Bomben entsprechen. Deutschland stellt dort mit den                  Tornado-Kampfflugzeugen des Jagdbombergeschwaders 33 das Tr\u00e4gersystem                  f\u00fcr die B 61 Atomsprengk\u00f6pfe \u2013 die Verwendung der US-Mini-Nukes                  vom Typ B 61 -11 ist auch m\u00f6glich. Deutsche Soldaten \u00fcben den                  Abwurf, und geplant ist laut Bundeswehrkonzept auch das \u00dcben der                  Atombombenabwurftechnik auf dem &#8222;Bombodrom&#8220; in Brandenburg                  (FREIe HEIDe). Bundeswehrsoldaten sind durch das Festhalten unserer                  Regierung an der &#8222;nuklearen Teilhabe&#8220; in der NATO unter                  der faktischen Befehlshoheit der USA dazu verpflichtet, die Atombomben                  bei Befehl ins Zielgebiet zu fliegen und abzuwerfen. Nukleare                  Erstschl\u00e4ge auch gegen Nichtatomwaffenstaaten oder &#8222;vorbeugende&#8220;                  Angriffskriege mit &#8222;Mini-Nukes&#8220; im sog. Krieg gegen                  den Terror sind aktuelle Themen in der Diskussion \u00fcber die neue                  NATO Doktrin. Auch die hier stationierten Atomwaffen sind strategisch                  eingebettet, um andere (Atom-)M\u00e4chte im Verteilungskampf um die                  weltweit letzten Ressourcen und M\u00e4rkte &#8222;in Schach&#8220; zu                  halten.<!--more--><\/p>\n<h3>R\u00fcckblick 2008 und Ausschau 2009<\/h3>\n<p>Erfolgreich, bunt und vielf\u00e4ltig waren die Proteste f\u00fcr ein atomwaffenfreies                  Deutschland am und um den Fliegerhorst B\u00fcchel im August letzten                  Jahres. Zirka 2.000 Menschen protestierten vorm Zaun, w\u00e4hrend                  45 Menschen dem Aufruf &#8222;bye-bye nuclear bombs &#8211; B\u00fcchel 2008&#8220;                  folgten, um eine Go-In Aktion durchzuf\u00fchren. Drei BelgierInnen                  schafften es, den Zaun zu \u00fcberwinden, trotz der unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen                  4.500 Einsatzkr\u00e4fte. Unsere Ideen f\u00fcr die Aktionen im jetzigen                  Sommer 2009 lehnen sich an die Faslane 365-Blockaden in Schottland                  an. Wir m\u00f6chten viele Gruppen und Einzelpersonen (euch!) erreichen,                  sich ein Datum f\u00fcr eine eigene Aktion auszusuchen, mit der ihr                  eure politischen Inhalte mit der hiesigen Atomwaffenproblematik                  in Verbindung bringen k\u00f6nnt: z.B. Gruppen, die gegen Sozialabbau                  arbeiten, k\u00f6nnen die (nuklearen) R\u00fcstungsausgaben thematisieren,                  oder: wie h\u00e4ngen Klimawandel und Energiepolitik mit einem m\u00f6glichen                  Atomkrieg zusammen, welche Gesundheitsgefahren birgt der Atombombenrohstoff                  f\u00fcr die indigenen Bev\u00f6lkerungen in den Uranabbaugebieten, oder                  was hat die sog. zivile Nutzung, der Atomstrom aus AKWs, mit den                  Atombomben zu tun etc.? Die Aufz\u00e4hlung k\u00f6nnte endlos weiter gehen.<\/p>\n<h3>Das Camp<\/h3>\n<p>F\u00fcr die n\u00f6tige Infrastruktur dieser vielen Aktionen werden wir                  unser Aktionscamp 2 km vom Fliegerhorst B\u00fcchel entfernt auf einer                  Wiese aufbauen. W\u00e4hrend des Camps sind an den Samstagen Konzerte                  vor dem Haupttor des Milit\u00e4rflugplatzes geplant. Wie im Vorjahr                  werden Solarstrom, Kompost- und Rollstuhl-FahrerInnen-Klos, Wohnwagen                  mit Internet-Zugang, Material- und Kochzelt sowie Gruppen-Schlafzelte                  vorhanden sein. Unterst\u00fctzung erhaltet ihr bei der Pressearbeit,                  wir planen Kletter-, Clowns- und Aktionstrainings, Findung von                  Bezugsgruppen f\u00fcr Einzelpersonen, sowie Informationen zu den Atomwaffen\u2026                  So k\u00f6nnen verschiedene Aktionsgruppen im Laufe der vier Wochen                  f\u00fcr k\u00fcrzere oder l\u00e4ngere Zeit im Camp sein, sich \u00fcber die \u00d6rtlichkeiten                  und den bisherigen Widerstand informieren, sich demonstrative                  oder &#8222;ungehorsame&#8220; Aktionen ausdenken und diese durchf\u00fchren.                  Am 8. und 9. August sollen die Abschluss-Aktionen stattfinden:                  u. a. wird der Fahrrad-Marathon der Pacemakers ankommen. Wir hoffen,                  f\u00fcr den Samstagabend, den 8. August, wieder eine\/n namhafte\/n                  K\u00fcnstler\/in begr\u00fc\u00dfen zu k\u00f6nnen. Am Sonntag, den 9. August (Nagasaki-Tag),                  wird es eine Demonstration zum Haupttor des Fliegerhorsts und                  dort eine Kundgebung geben. 64 Jahre wird es dann her sein, dass                  eine Plutoniumbombe \u00fcber der japanischen Stadt Nagasaki abgeworfen                  wurde, wodurch ca. 70.000 Menschen direkt sowie \u00fcber 200.000 durch                  Sp\u00e4tfolgen get\u00f6tet wurden.<\/p>\n<h3>Deutschland atomwaffenfrei bis 2010<\/h3>\n<p>Der aus 47 Organisationen bestehende Tr\u00e4gerkreis &#8222;Atomwaffen                  abschaffen &#8211; bei uns anfangen!&#8220; &#8211; dem auch wir, die Gewaltfreie                  Aktion Atomwaffen Abschaffen (GAAA), angeh\u00f6ren &#8211; will mit der                  Kampagne &#8222;unsere zukunft \u2013 atomwaffenfrei&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.atomwaffenfrei.de\/\">www.atomwaffenfrei.de<\/a>)                  erreichen, dass bei der n\u00e4chsten UN-Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag                  im Jahr 2010 der deutsche Regierungsvertreter erkl\u00e4rt: &#8222;Es                  gibt keine Atomwaffen mehr auf deutschem Boden. Deutschland hat                  seine nukleare Teilhabe beendet.&#8220; Aktuell zur diesj\u00e4hrigen                  Wahl bearbeitet der Kampagnenrat des Tr\u00e4gerkreises jede\/n einzelne\/n                  Bundestags-Abgeordnete\/n auf seine\/ihre Position bez\u00fcglich der                  Atomwaffen.<\/p>\n<h3>Illegal und v\u00f6lkerrechtswidrig<\/h3>\n<p>Mit der nuklearen Teilhabe Deutschlands setzt sich die Bundesregierung                  \u00fcber das Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofes (IGH)                  vom 8. Juli 1996 hinweg. Danach ist die Drohung mit dem Einsatz                  von Atomwaffen generell v\u00f6lkerrechtswidrig. Die Bundesregierung                  hat ganz einfach erkl\u00e4rt, f\u00fcr sie stelle die Tatsache, dass Atomwaffen                  in Deutschland gelagert und f\u00fcr ihren Einsatz bereitgehalten werden                  sowie ihr Einsatz f\u00fcr den Ernstfall ge\u00fcbt wird, keine Drohung                  dar. Die nukleare Teilhabe verst\u00f6\u00dft u.a. auch gegen den Atomwaffensperrvertrag,                  dem die Bundesrepublik als Nichtkernwaffenstaat beigetreten ist.                  Darin hat sie sich verpflichtet, Atomwaffen oder die Verf\u00fcgungsgewalt                  dar\u00fcber von niemandem unmittelbar oder mittelbar anzunehmen. Nicht                  zuletzt dieser offensichtliche Rechtsbruch unserer Regierung bez\u00fcglich                  der Atomwaffenstationierung &#8211; aber vor allem unser Gewissen &#8211;                  f\u00fchrt zu unserer tiefen \u00dcberzeugung, zum Widerstand dagegen verpflichtet                  zu sein. Gewaltfreier Widerstand, wie es auch Aktionen Zivilen                  Ungehorsams sind, ist deshalb legitim und geboten.<\/p>\n<h3>\u00dcbereinkunft<\/h3>\n<p>Gewaltfreiheit hei\u00dft f\u00fcr uns u. a. auch, dass wir nicht mit Gegengewalt                  antworten, selbst wenn wir provoziert werden, da wir diese Eskalationsspirale                  durchbrechen wollen. Wir wollen niemanden beschimpfen, sondern                  unser Gegen\u00fcber (PolizistInnen, SoldatInnen, GegnerInnen unserer                  Aktionen) achten, auch wenn wir Kritik an ihrer gesellschaftlichen                  Rolle und ihrem konkreten Verhalten haben. Wenn wir den Schritt                  vom Protest zum gewaltfreien Widerstand gehen, so hei\u00dft das, dass                  wir uns nicht auf staatlich erlaubte Handlungen beschr\u00e4nken, sondern                  in besonnener Art und Weise Verbote \u00fcbertreten. Wir verfolgen                  damit das Ziel, die Fortsetzung der Stationierung von Atomwaffen                  in B\u00fcchel politisch undurchf\u00fchrbar zu machen.<\/p>\n<h3>Kleine Chronik der GAAA<\/h3>\n<p>Die Gewaltfreie Aktion Atomwaffen Abschaffen (GAAA) gr\u00fcndete                  sich 1996 als Kampagne, um u.a. mit gewaltfreien Aktionen Zivilen                  Ungehorsams ein atomwaffenfreies Deutschland, als einen Schritt                  zur atomwaffenfreien Welt, durchzusetzen. 2004 wurde die GAAA                  eine Mitgliedsorganisation der DFG-VK. Die GAAA organisierte bis                  heute neun Entz\u00e4unungs- und Go-In-Aktionen, davon sieben am Atomwaffenst\u00fctzpunkt                  B\u00fcchel und zwei an der US-Atomwaffeneinsatzzentrale EUCOM in Stuttgart.                  Aktionen Zivilen Ungehorsams ben\u00f6tigen eine gute Vor- und Nachbereitung.                  Hierin haben wir schon einige Erfahrungen mit der GAAA gesammelt.                  Wir bieten Trainings in Gewaltfreier Aktion an sowie Beratung                  im Falle von juristischen Konsequenzen. Wir verf\u00fcgen auch \u00fcber                  einen Fonds f\u00fcr Prozesskostenhilfe.<\/p>\n<p><strong>Gewaltfreie Aktion Atomwaffen Abschaffen (GAAA)<\/strong><\/p>\n<p><strong><br \/>\n <\/strong><\/p>\n<p><strong><br \/>\n <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Camp: 13. Juli bis 9. August 2009 Kommt in der Zeit vom 13. Juli bis zum 9. August ins Aktionscamp am Atomwaffenst\u00fctzpunkt B\u00fcchel in die S\u00fcdeifel (Rheinland-Pfalz). Wir wollen f\u00fcr vier Wochen t\u00e4glich immer neue Gruppen und Einzelpersonen gewinnen, die mit gewaltfreien Aktionen auf die dortige illegale Atomwaffenstationierung aufmerksam machen. 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