{"id":968,"date":"2009-08-02T10:10:56","date_gmt":"2009-08-02T08:10:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fffr.de\/?p=968"},"modified":"2009-08-08T10:15:33","modified_gmt":"2009-08-08T08:15:33","slug":"mahnwache-hiroshima-und-nagasaki-2009-atomwaffen-abschaffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fffr.de\/?p=968","title":{"rendered":"Mahnwache: Hiroshima und Nagasaki 2009 &#8211; ATOMWAFFEN ABSCHAFFEN!"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: arial black,avant garde;\">Samstag 8.8.09<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial black,avant garde; font-size: medium;\">11 &#8211; 14 Uhr<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial black,avant garde; font-size: medium;\">Rathausplatz<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial black,avant garde; font-size: medium;\">Freiburg<\/span><\/p>\n<p><br class=\"spacer_\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial black,avant garde; font-size: medium;\">Hiroshima und Nagasaki<br \/>\n am 6. und 9. August 2009<\/span><\/p>\n<p>Legenden und geschichtliche Wirklichkeit:<\/p>\n<p>Der Abwurf der Atombomben auf Japan war keine fern\u00f6stliche Episode, sondern der Beginn des Kalten Krieges. Die Rechtfertigung Trumans, den Krieg mit Japan dadurch abzuk\u00fcrzen und \u201cLeben zu retten\u201d ist zynisch und geschichtlich widerlegt. Japan hatte bereits im Juli &#8217;45 \u00fcber den Botschafter In Moskau eine Beendigung des Krieges angeregt. (vgl. D. Horowitz \u201cKalter Krieg\u201d, Berlin 1969)<\/p>\n<p>Die Atombomben wurden also in einem Moment abgeworfen, als Japan Kapitulationsgedanken hegte&#8230;<br \/>\n Sie war im August 1945 ohnehin nur noch eine Frage der Zeit.\u00a0 Viele St\u00e4dte lagen in Schutt und Asche, die Bev\u00f6lkerung litt unter Hunger und Entbehrungen.\u00a0 Deutschland und Italien waren besiegt, und der Eintritt Ru\u00dflands in den Pazifikkrieg stand unmittelbar bevor.<\/p>\n<p>\u201cEs war nicht n\u00f6tig, dieses furchtbare Ding auf sie abzuwerfen\u201d, kommentierte dann auch der US-Pr\u00e4sident Dwight D. Eisenhower 1963 den Einsatz der beiden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki.\u00a0 Diese Einsch\u00e4tzung teilen au\u00dfer einer ganzen Reihe ranghoher Milit\u00e4rs des Zweiten Weltkrieges inzwischen auch zahlreiche US-Historiker.<!--more--><\/p>\n<p>Dennoch h\u00e4lt sich, auch 60 Jahre nach Zerst\u00f6rung der beiden japanischen St\u00e4dte, in den USA hartn\u00e4ckig der Mythos vom beschleunigten Kriegsende durch den Abwurf der Atombomben \u201cLittle Boy\u201d und \u201cFat Man\u201d, denen somit eine gro\u00dfe Zahl amerikanischer Soldaten ihr Leben verdanken.<\/p>\n<p>Nach dem Abwurf wurde ein Memorandum des damaligen US-Kriegsminister Stimson ver\u00f6ffentlicht: \u201cVielerorts wurde die Bombe als Ausgleich f\u00fcr den wachsenden sowjetischen Einfluss auf dem Kontinent angesehen&#8230;Ich bin der Meinung, dass das Problem unserer zufriedenstellenden Beziehungen zu Russland mit den Problemen der Atombombe nicht nur eng verkn\u00fcpft, sondern von ihnen praktisch beherrscht wird.\u201d<\/p>\n<p>In der UNO sollten Kontrollbem\u00fchungen unternommen werden. Diese wurden von den USA dadurch unterlaufen, indem sie auf dem Bikini-Atoll Atomwaffenversuche unternahmen. Dies war als unverh\u00fcllte Drohung gegen die Sowjetunion zu verstehen. Mit dem Druck und Beweis des m\u00f6glichen Einsatzes sollte die andere Seite gef\u00fcgig gemacht werden \u2013 das sogen. Wettr\u00fcsten begann.<\/p>\n<p>Die sogen. Truman-Doktrin vom M\u00e4rz 1947 (\u201cFreiheit ist wichtiger als Frieden\u201d, insbesondere die unternehmerische&#8230;) bildeten die Grundlage f\u00fcr die weitere US-Au\u00dfenpolitik: \u201cDas Gesch\u00e4ft geht schlecht, wenn die M\u00e4rkte klein sind. Das Gesch\u00e4ft geht gut, wenn die M\u00e4rkte gro\u00df sind.\u201d<\/p>\n<p>Die Forscher stellen die Frage, wie es zur Entscheidung f\u00fcr den Atombombenabwurf kam, und welche Rolle die einzelnen Personen dabei spielten.\u00a0 Au\u00dfer auf Pr\u00e4sident Harry S. Truman lenkt der Historiker Alperovitz die Aufmerksamkeit besonders auf einen Mann, der vor allem in Deutschland ein unverdient hohes Ansehen genie\u00dft:\u00a0 auf Trumans Au\u00dfenminister und engsten antikommunistischen Berater James F. Byrnes!<\/p>\n<p>Die amerikanischen Historiker kommen demnach zur gleichen Ansicht wie der Dichter Peter Wei\u00df, der in seiner \u201c\u00c4sthetik des Widerstandes\u201d einmal folgendes schrieb:<\/p>\n<p>\u201c. . . vorl\u00e4ufig gen\u00fcgte der gewaltige Knall.\u00a0 Es tat nichts, da\u00df dabei Hundertausende von &#8222;Gelben&#8220;, die schon besiegt waren, im Bruchteil einer Sekunde ausgel\u00f6scht wurden.\u00a0 Denn diese Detonation war als Warnung gemeint an den ausgebeuteten Giganten im Osten, da\u00df er wisse, mit wem er es zu tun habe, sollte es ihm einfallen, sich \u00fcber die ihm zugemessenen Einflu\u00dfgebiete ausstrecken zu wollen:\u00a0 mit diesem neuen Urknall begannen die Vereinigten Staaten den Kalten Krieg gegen die Sowjetunion . . .\u201d<\/p>\n<p>Freiburger Friedensforum<br \/>\n August 2009<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Samstag 8.8.09 11 &#8211; 14 Uhr Rathausplatz Freiburg Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. 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