{"id":988,"date":"2009-08-24T18:15:46","date_gmt":"2009-08-24T16:15:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fffr.de\/?p=988"},"modified":"2009-08-27T20:55:02","modified_gmt":"2009-08-27T18:55:02","slug":"70-antikriegstag-in-freiburg-am-dienstag-1909-mit-strassenumbennung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fffr.de\/?p=988","title":{"rendered":"Antikriegstag in Freiburg am Dienstag, 1.9.09 mit Strassenumbenennung"},"content":{"rendered":"<p><!-- \t \t --><\/p>\n<p>Treffpunkt:<\/p>\n<p>Mahnmal f\u00fcr die Opfer der Naziherrschaft<\/p>\n<p>Rotteckring (Eingang Volkshochschule)<\/p>\n<p>17.30 Uhr<\/p>\n<p><br class=\"spacer_\" \/><\/p>\n<blockquote>\n<p>Dann gehts zu den Schlachtfeldst\u00e4tten,<br \/>\n um im Geiste mitzutreten,<br \/>\n mitzuschie\u00dfen, mitzustechen,<br \/>\n sich f\u00fcr wochentags zu r\u00e4chen,<br \/>\n um im Chor Worte zu r\u00f6hren,<br \/>\n die beim Gottesdienst nur st\u00f6ren.<br \/>\n Schinkenspeckgesichter lachen<br \/>\n treuherzig, weil Knochen krachen<br \/>\n werden. Ich verstopf die Ohren<br \/>\n meiner Kinder. Traumverloren<br \/>\n hocken auf den Stadtparkb\u00e4nken<br \/>\n Greise, die an Sedan denken.<br \/>\n Tada-da-da-dam .\u00a0\u00a0\u00a0 (Degenhardt)<!--more--><\/p>\n<\/blockquote>\n<p><br class=\"spacer_\" \/><\/p>\n<p>Liebe Freundinnen und Freunde der Gewaltfreiheit,<\/p>\n<p>wir treffen uns hier aus Anlass des <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Antikriegstag\" target=\"_blank\">Antikriegstags<\/a><\/span>.<\/p>\n<p>Es gilt wieder einmal, Deutschlands Freiheit zu verteidigen. Diesmal am Hindukusch. Wer sind diesmal die Feinde? Fr\u00fcher waren&#8217;s die Franzosen, dann die Juden, dann die Russen, jetzt die Taliban (die oftmals der afghanischen Bev\u00f6lkerung zum Verwechseln \u00e4hnlich sind). Viel Feind, viel Ehr! Deshalb gibt es f\u00fcr Tapferkeit bei der Vorw\u00e4rtsverteidigung jetzt einen Orden. Das erinnert wieder einmal an Zeiten, von denen wir glaubten, sie endlich \u00fcberwunden zu haben.<\/p>\n<p><strong>Erl\u00e4uterung<\/strong><\/p>\n<p>In jenen Zeiten war der 1. September von 1871 bis 1918 und dann immer mal wieder offizieller Feiertag im deutschen Reich. Damit pflegten die deutschen Militaristen die deutsch-franz\u00f6sische Feindschaft, indem dieses ber\u00fcchtigte Blutbad allj\u00e4hrlich gefeiert wurde.<\/p>\n<p>Traurige Ber\u00fchmtheit erlangte die Schlacht bei Sedan durch die Vernichtungsstrategie der deutschen Truppen. Perfektioniert wurde dieser Massenmord u.a. durch die technische \u00dcberlegenheit der Kruppschen Kanonen.<\/p>\n<p>Mit Gr\u00fcndung der <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weimarer_Republik\" target=\"_blank\">Weimarer Republik<\/a><\/span> als Folge der <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Novemberrevolution\" target=\"_blank\">Novemberrevolution<\/a><\/span> wurde dieser Gedenktag offiziell wieder abgeschafft. Daf\u00fcr wurde u.a. das Frauenwahlrecht eingef\u00fchrt; zuviel des Guten, wie die alten Eliten meinten.<\/p>\n<p>Wir erinnern am diesj\u00e4hrigen Gedenktag besonders den 70. Jahrestag des \u00dcberfalls der Nazi-Wehrmacht auf Polen und damit den Beginn des zweiten Weltkriegs.<\/p>\n<p>Die Brutalit\u00e4t und die Aggressivit\u00e4t des deutschen Militarismus zieht sich wie eine Blutspur durch die Geschichte, angefangen bei der Schlacht von Sedan, durch den 1 und 2. Weltkrieg bis heute.<\/p>\n<p>Der letzte Generalinspekteur der Bundeswehr, ein gewisser Herr <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans-Otto_Budde\" target=\"_blank\">Budde<\/a><\/span>, betont heute wieder, dass das Leitbild der deutschen Bundeswehr nicht mehr der B\u00fcrger in Uniform sei. Man solle sich vielmehr an den alten Tugenden des <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2004\/15\/04150401.php\" target=\"_blank\">archaischen K\u00e4mpfers<\/a><\/span> mit dazugeh\u00f6riger High-Tec Ausr\u00fcstung orientieren.<\/p>\n<p>Wie zu Sedan-Zeiten geh\u00f6rt zur effizienten Kriegsmaschinerie die Kombination vom aufgestachelten Krieger mit Hochtechnologie.<\/p>\n<p>Ein Versuch in dieser Richtung war z.B. die Gro\u00dfoffensive im Juli in Afghanistan, auch wenn Jung das weiter als Stabilisierungsoffensive besch\u00f6nigt.<\/p>\n<p>Trotz st\u00e4ndiger Eskalierung des Einsatzes in Afghanistan (Truppenverst\u00e4rkung, Tornado- und AWACS &#8211; Flugzeugen, tote und traumatisierte, heimkehrende SoldatInnen) weigert sich der Verteidigungsminister beharrlich, von einem Kriegseinsatz zu sprechen.<\/p>\n<p>Die Militarisierung beschr\u00e4nkt sich aber nicht nur auf die sog. Auslandseins\u00e4tze &#8211; in Wirklichkeit verfassungswidrige Angriffskriege -, sondern soll auch mitten in unserer Gesellschaft etabliert werden. Daf\u00fcr steht der Begriff <strong>zivil-milit\u00e4rische Zusammenarbeit (ZMZ)<\/strong>.<\/p>\n<p>Dieser steht f\u00fcr den systematischen, fl\u00e4chendeckenden und permanenten Einsatz von Soldaten und Reservisten in der deutschen Zivilgesellschaft &#8211; ein totalit\u00e4res Konzept, das auch mit <em>noch<\/em> so vielen Regelungen <strong>mit dem Grundgesetz nicht zu vereinbaren<\/strong> ist.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich sah das Grundgesetz eine \u201eAmtshilfe&#8220; vor, die von einer Zusammenarbeit aller \u00f6ffentlichen Institutionen bei Naturkatastrophen und Ungl\u00fccksf\u00e4llen ausging. Seit 1968 wurde im Grundgesetz Art. 35 in diesen F\u00e4llen auch der Einsatz der Bundeswehr eingeschlossen. Heute bestehen Pl\u00e4ne, die Bev\u00f6lkerung nach dem Vorbild des US- amerikanischen <strong>&#8222;Heimatschutzes&#8220;<\/strong> zu durchdringen, der unter milit\u00e4rischer Regie mit den zivilen Beh\u00f6rden in Stadt und Land agieren soll.<\/p>\n<p>Bei allen sicherheitsrelevanten Tatbest\u00e4nden, bei Terrorgefahr und \u201easymetrischen Bedrohungen&#8220; &#8211; oder was die Regierung daf\u00fcr h\u00e4lt &#8211; soll das milit\u00e4risch gesteuerte Netzwerk zum Einsatz kommen. Hierbei denken die Drahtzieher insbesondere an das Heer der Reservisten. Hier einige Zahlen:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>250.000 \taktive Soldaten, darunter<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>40.000 \t\tGrundwehrdienstleistende und<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>25.000 \t\tZeitsoldaten<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>\n<p>ca. \t5 Mio Reservisten im Alter bis 60 Jahre gab es 2008, kurzfristig \tverf\u00fcgbar sind jene mit absolvierten Wehr\u00fcbungen, also 1,1 Mio.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die vom &#8222;Wei\u00dfbuch 2006&#8220; vorgesehenen 470 vorzugsweise aus Reservisten bestehenden ZMZ-Strukturen befinden sich bereits in der Umsetzungsphase, Modellversuche liefen bereits seit Ende 2004 in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz.<\/p>\n<p>Auf Kreis- und kommunaler Ebene sind Verbindungskommandos, auf L\u00e4nderebene Landeskommandos und weiterhin flexible Einheiten f\u00fcr Gro\u00dfdemonstrationen und \u00e4hnliches f\u00fcr 2010 geplant, d.h. die milit\u00e4rische Kontrolle soll auf allen Ebenen Einzug halten.<\/p>\n<p>Gehen wir zur\u00fcck zur Vergangenheit, die &#8211; wie wir gesehen haben &#8211; bis heute nicht \u00fcberwunden ist. Sie ist auch in Freiburg immer noch bei Stra\u00dfennamen sichtbar, die auf die militaristische Vergangenheit Deutschlands hindeuten und diese verherrlichen. Deshalb machen wir jetzt erneut den Schritt und wollen zwei Stra\u00dfen symbolisch umbenennen, die<strong> Sedanstra\u00dfe<\/strong> und die <strong>Moltkestra\u00dfe<\/strong> &#8211; Helmut Moltke war n\u00e4mlich der Oberkommandierende des Preu\u00dfischen Generalstabs in der Schlacht zu Sedan.<\/p>\n<p>Die Sedanstra\u00dfe wird deshalb in Friedensstra\u00dfe und die Moltkestra\u00dfe in Walter-Gr\u00f6ger Stra\u00dfe umbenannt. Walter Gr\u00f6ger war ein 22j\u00e4hriger Matrose und Deserteur, als er 1945 auf Betreiben des sp\u00e4teren Ministerpr\u00e4sidenten Filbinger hingerichtet wurde.<\/p>\n<p><br class=\"spacer_\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Treffpunkt: Mahnmal f\u00fcr die Opfer der Naziherrschaft Rotteckring (Eingang Volkshochschule) 17.30 Uhr Dann gehts zu den Schlachtfeldst\u00e4tten, um im Geiste mitzutreten, mitzuschie\u00dfen, mitzustechen, sich f\u00fcr wochentags zu r\u00e4chen, um im Chor Worte zu r\u00f6hren, die beim Gottesdienst nur st\u00f6ren. Schinkenspeckgesichter lachen treuherzig, weil Knochen krachen werden. Ich verstopf die Ohren meiner Kinder. 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