Plattform

Plattform des Freiburger Friedensforums

Das Freiburger Friedensforum (FFF), gegründet 1995, ist ein Zusammenschluß von Friedens- und Menschenrechtsgruppen, Dritte-Welt- und Asylgruppen, friedenspolitisch orientierten kirchlichen Gruppen und Einzelpersonen. Es ist offen für alle an Friedenspolitik Interessierten.

Das FFF versteht sich als überparteilich und parteiunabhängig.  Die Unabhängigkeit gilt als besonders zu wahren in Zeiten von Wahlkampfauseinandersetzungen in Vorbereitung von Europa-, Bundestags-, Landtags- und Kommunalwahlen.  Deshalb sollen FunktionsträgerInnen und WahlkampfkandidatInnen von Parteien, die zu entsprechenden Wahlen antreten, bei öffentlichen Veranstaltungen des Freiburger Friedensforums in Wahlkampfzeiten nicht als RednerInnen auftreten.

Das FFF bekennt sich bei allen Schriften und Veranstaltungen zum Prinzip der Gewaltfreiheit.  Es will besonders auf den Zusammenhang von Aufrüstung und Sozialabbau, auf die Problematik von sozialer Ungerechtigkeit und Gewaltanwendung sowie auf die demokratische Mitverantwortung der BürgerInnen hinweisen.  Das FFF tritt ein für eine Welt ohne Atom- und Massenvernichtungswaffen und für einen Ausstieg as der Atomtechnologie.

Weltweit führt eine ungerechte Weltwirtschaftsordnung zu Ausbeutung, Hunger und Not von Millionen Menschen, vor allem in Ländern der sog. „Dritten Welt“. Die Tatsache, dass ständig Kriege und Bürgerkriege stattfinden, ist eine der schrecklichen Folgen dieses auf Ausbeutung und Gewalt beruhenden Systems. Seit der Wiederbewaffnung und Neugründung der Bundeswehr (1955) – gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit – belasten der Militärhaushalt und der Aufbau einer eigenen Rüstungsindustrie das Steueraufkommen und damit das öffentliche Wohlergehen. Seit dieser Zeit sind deutsche Waffen und deutsches Geld an Kriegen in aller Welt beteiligt. Deutschland ist der drittgrößte Rüstungsexporteur weltweit. Galt früher noch das Prinzip der Landesverteidigung, bereitete eine neue Militärdoktrin seit den 90er Jahren weltweite Kampfeinsätze der Bundeswehr vor. Die deutsche Beteiligung am Krieg gegen Jugoslawien 1999 machte den Paradigmenwechsel deutlich: die Enttabuisierung des Angriffskriegs. Seitdem beteiligt sich deutsches Militär weltweit an bewaffneten Einsätzen, wie z. Zt. in Mittelasien und Afrika. Menschen, die aus Kriegs- und Krisengebieten fliehen, werden in Europa und besonders in Deutschland menschenunwürdig behandelt und gewaltsam abgeschoben.

Seit den 50er Jahren hat sich die Friedensbewegung in Deutschland mit gewaltfreien Mitteln gegen diese Entwicklung gewehrt. Heute sieht das FFF seine Aufgabe darin, auf Fehlentwicklungen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft hinzuweisen, die zu Missständen, Krisen und Kriegen führen, aber auch darin, Chancen aufzuzeigen für friedliche Entwicklungen und diese zu unterstützen. Dazu führt das FFF intern und öffentlich Dialoge, auch mit Menschen in Rüstungsbetrieben und Kasernen. Mit unserer Arbeit, mit gewaltfreien Aktionen, mit Beiträgen zu Wissens- und Bewusstseinsbildung setzen wir uns ein für Abrüstung, Rüstungskonversion, für die Vermeidung bzw. Beendigung bewaffneter Konflikte. Wo Krieg und Terror ihre Wurzeln in Unterdrückung, sozialer Ungerechtigkeit und wirtschaftlicher Not haben, gilt es, diese Ursachen zu beseitigen. Das Streben europäischer Regierungen nach militärischer Großmacht führt zu weltweitem Rüstungswettlauf, nicht zur Friedenssicherung.

Eine Politik, die dazu beiträgt, Ausbeutung von Mensch und Natur weltweit zu stoppen, ist überlebensnotwendig.  Das Freiburger Friedensforum ruft alle Menschen dazu auf, ihren Beitrag für die Unterstützung einer solchen Politik zu leisten.

Januar 2013

 

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