Antikriegstag 2021 in Freiburg

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1.September 2021: Antikriegstag
Die Welt retten statt zerstören!

Klima: Der Klimakollaps könnte mit $ 8 Billionen gestoppt werden. Das entspricht den Kosten, die in 4 Jahren global für Rüstung und Militär verschwendet werden.
Atomkrieg: Deutschland beherbergt 20 Atombomben in Büchel und übt mit den USA deren Abwurf auf Russland. Neue Flugzeuge hierzu kosten zig Milliarden Euro.
Soziale Sicherheit statt militärischer Unsicherheit!
Eine Eurofighter-Flugstunde kostet 67.582 Euro oder soviel wie die öffentlichen Mittel für eine Sozialwohnung.

Krieg und Waffen schaffen keinen Frieden!

z.B. Afghanistan-Krieg:
über 240.000 Tote (Quelle NZZ 19.08.2021); davon 2450 tote US-Soldaten, 59 tote deutsche Soldaten Kosten für Deutschland mindestens 12 Mrd. € ; Kosten für USA mehr als $2 Billionen.
Das Interventionsergebnis: das Land Afghanistan verarmt; ein gescheiterter Staat wie Libyen, Irak.

Antikriegstag: Die Eskalations-Spirale beenden! Abrüsten jetzt!

Am 1. September 1939 begann mit dem Überfall Nazideutschlands auf Polen der zweite Weltkrieg. Seine fürchterliche Bilanz:weltweit mehr als 60 Millionen Tote, unzählige Verwundete, Traumatisierte und Flüchtlinge. Deshalb gilt dieser Tag als Antikriegstag – zur Mahnung an die Folgen von Krieg, Gewalt und Faschismus und daran, dass Deutschland eine besondere Verantwortung für den Frieden trägt.
Deutschland ist diesem Anspruch nie gerecht geworden. Weder bei der Wiederbewaffnung seit 1950, noch bei den aktuellen massiven Aufrüstungsplänen.
Weltweit hat Deutschland mit knapp 47 Milliarden Euro den siebtgrößten Militärhaushalt, der sich nach NATO-Zielen bis 2030 noch um weitere 20 Milliarden Euro jährlich steigern soll. Statt Zusammenarbeit und Entspannung trägt Deutschland den NATO-Kurs der Aufrüstung und Konfrontation aktiv mit. Statt einem Verteidigungsbündnis wird der Weg hin zu einer Interventionsallianz für Militäreinsätze außerhalb des Bündnisgebiets beschritten. Durch eine Stärkung der nuklearen Abschreckung und durch Pläne für eine stärkere militärische Präsenz im indopazifischen Raum setzt die NATO dabei gezielt auf Konfrontation gegenüber Russland und China.
Die Gefahr eines großen Krieges nimmt drastisch zu. Steigende Rüstungsausgaben haben zudem auch fatale Auswirkungen auf Umwelt-, Klima-, Sozial-, Gesundheits- und Bildungspolitik. Denn genau diesen Bereichen wird das Geld entzogen, das nötig wäre, um eine zukunftsfähige und solidarische Gesellschaft zu gestalten.

Aktionen am Antikriegstag mit vier Stationen:
Beginn Mittwoch, 1. September, ab 17.30 Uhr
• Rathausplatz: „Städte sind keine Ziele“ – Freiburgs OB hat den
internationalen Städteappell zum Verbot von Atomwaffen unterzeichnet.
Frau Bürgermeisterin Christine Buchheit wird die Stadt Freiburg vertreten und für die Stadt als Mayors-for-Peace-Mitglied einen kurzen Redebeitrag bei der Eröffnungskundgebung um 17.30 Uhr auf dem Rathausplatz halten.
• Siegesdenkmal: Thema Rüstung und Sozialpolitik , Julia Söhne ( Stadträtin )
• Beim Uni-Rektorat: Thema Militär als Klima-, Umwelt- und Ressourcenzerstörer;
Jule Pehnt ( Fridays for Future )
• Mahnmal für die Opfer des Faschismus: „Die Eskalationsspirale stoppen – neue Kriege
verhindern“ , Tobias Pflüger (IMI Tübingen und MdB)

Veranstalter: Friedensforum, DfG-VK, DGB-Stadtverband, attac, VVN-BdA Freiburg,
unterstützt von GREENPEACE und FRIDAYS FOR FUTURE.

Hiroshima Tag 2021

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6. August, Freiburg: Mahnaktion, 15-18.30 Uhr, Rathausplatz, VA: Freiburger Friedensforum, DFG-VK Freiburg, ICAN, Antiatomgruppe Freiburg, IPPNW, attac

 

Liebe Mitglieder der und Interessierte an der DFG-VK Baden-Württemberg,

in wenigen Tagen, am 6. und 9. August, jähren sich die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zum 76. Mal. Eine Mahnung an uns alle, uns für die Überwindung der atomaren Abschreckung einzusetzen. Als Teil einer weltweit wachsenden Bewegung. Im Mittelpunkt der diesjährigen Gedenkaktionen steht die Forderung zum deutschen Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag, dem sich mittlerweile 55 Staaten angeschlossen haben.

Mit dem mittlerweile 17. Pacemakers Radmarathon und den regenbogenfarbenen Trikots auf der Strecke setzen über 100 Rennradfahrende am kommenden Samstag, 7. August, wieder ein besonderes Zeichen. Von Bretten über Neckargemünd, Mannheim, Neustadt an der Weinstraße, Landau zurück nach Bretten. Auf einer verkürzten Strecke von „nur“ 243 km…unter der Federführung der DFG-VK Baden-Württemberg in Kooperation mit lokalen Initiativen und Stadtverwaltungen. Ein Vorbericht ist bereits in der Rheinpfalz veröffentlicht.

Am selben Tag erscheinen in der Taz und FAZ zwei ähnlich große Zeitungsanzeigen unter dem Motto „Unsere Stimme für das Atomwaffenverbot“ und über 400 Unterstützenden, darunter 15 Städte (!) und viele von euch. Dafür herzlichen Dank.

Ansonsten sind laut Kalender des Netzwerk Friedenskooperative 14 weitere Veranstaltungen, oft mit Beteiligung engagierter DFG-VK Mitglieder geplant:

6. August, Überlingen: (geplant) Mahnwache für den Frieden anl. des 76. Jahrestages der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, Landungsplatz, VA: Friedenskreis Überlingen

6. August, Kirchheim/Teck: (geplant) Öffentliche Veranstaltung – u. U. mit OB Pascal Bader (als Mayor for Peace), VA: Friedensinitiative Kirchheim/Teck

6. August, Tübingen: 10-12 Uhr, Karlstr., (verkehrsberuhigter Bereich) Gedenken an die Opfer und Toten mit Kranichen und Informationen; 17-18 Uhr, Holzmarkt, Kundgebung „Für eine Welt ohne Atomwaffen – Gedenken an Opfer am Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima“ mit Redebeiträgen und Musik: Konstantin Wecker, [Flyer siehe hier], VA: Friedensmahnwache Tübingen, Gesellschaft Kultur des Friedens, Friedensplenum Tübingen

6. August, Freiburg: Mahnaktion, 15-18.30 Uhr, Rathausplatz, VA: Freiburger Friedensforum, DFG-VK Freiburg, ICAN, Antiatomgruppe Freiburg, IPPNW, attac

6. August, Baden-Baden: 104. Anti-Atom-Mahnwache der AAIBB von Attac, 16 Uhr, am «Blumebrunnen» in der Baden-Badener Fußgängerzone, VA: attac Baden-Baden

6. August, Müllheim: „Für eine Welt in Frieden ohne Atomwaffen“ – 18 Uhr, Vorplatz Ev. Stadtkirche Müllheim, Werderstr. [Flyer siehe hier], VA: Friedensrat Markgräflerland

6. August, Mannheim: 17 Uhr, Paradeplatz, VA: DFG-VK Mannheim, Friedensplenum Mannheim

6. August, Stuttgart: Kundgebung „Hiroshima & Nagasaki mahnen“ mit Reden und Musik, 17 Uhr, Schlossplatz (vor der Commerzbank), VA: Friedenstreff Stuttgart-Nord

6. August, Karlsruhe: „bewegliche Mahnwache“, 17-18.30 Uhr, Innenstadt, Start: Platz der Grundrechte in der Karl-Friedrich-Str. Route: Zu Fuß dann Richtung Marktplatz, Friedrichsplatz, Ständehaus, Ecke Kaiserstraße / Herrenstraße, und wieder zurück zum: Platz der Grundrechte, VA: Friedensbündnis Karlsruhe

6. August, Mosbach: Kundgebung für eine Welt ohne Atomwaffen, u.a. mit verlesen eines Grußwortes des Oberbürgermeisters von Mosbach (ICAN Städteappell), 17.30-18.30 Uhr, Marktplatz, VA: Initiative AtomErbe Obrigheim

6. August, Schorndorf: Mahnwache mit Rede-und Musikbeiträgen, 18-19 Uhr, Marktplatz, VA: Friedensinitiative Schorndorf

6. August, Gammertingen: Kundgebung „76 Jahre Hiroshima und Nagasaki mahnen: Unsere Stimme für das Atomwaffenverbot!“ u.a. mit Redebeiträgen und Musik, 18.30 Uhr, Stadtbrunnen, Sigmaringer Str., VA: Lebenshaus Schwäbische Alb – Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie

6. August, Villingen-Schweningen: stille Mahnwache, Zeitzeugenbericht, Musik: Trude Hempelmann, Überlingen (Altblockflöte), Ekkehard H. (Cello), 19.30 Uhr, Osianderplatz (vor dem Franziskaner), VA: Regionales Friedensbündnis VS

9. August, Radolfzell: (geplant) Nagasaki Aktion, Innenstadt, VA: Keine Waffen vom Bodensee

 

Schließlich darf ich noch einmal an die Landesmitgliederversammlung der DFG-VK Baden-Württemberg „Mit neuer Strategie Frieden stärken“: Samstag, 25.9., 10-17 Uhr, AWO Begegnungs? und Servicezentrum Zuffenhausen, Unterländer Straße 48, 70435 Stuttgart, erinnern.

Die Teilnahme ist auf 25 Personen begrenzt. Bitte frühzeitig anmelden: ba-wue@dfg-vk.de

 

Viele Grüße

Roland Blach

Sanktionen – Krieg mit anderen Mitteln. K.Leukefeld berichtet am 15.7. in Freiburg

Sanktionen – Krieg mit anderen Mitteln. Nah-Ost-Korrespondentin K.Leukefeld berichtet am 15.7. in Freiburg

K. Leukefeld ist die einzige deutsche Journalistin und eine der wenigen Journalistinnen überhaupt, die regelmäßig aus Syrien berichten und als Korrespondentin akkreditiert sind. Sie wird in Freiburg über die aktuelle Situation in Syrien, über die Hintergründe, Ziele und furchtbare Auswirkungen von Sanktionen in dieser Region berichten.

Informationen zu Karin Leukefeld auf ihrer Webseite: https://leukefeld.net/ .

“Kein Schuss wurde abgegeben. Keine Rakete abgefeuert. Kein Panzer in Bewegung gesetzt. 
Und dennoch forderte der Angriff mehr Menschenleben als die Atombombenabwürfe von Hiroshima 
und Nagasaki zusammen. Die Wirtschaft eines ganzen Landes wurde zugrunde gerichtet, eine 
Gesellschaft zu Bittstellern verdammt. Allein die Zahl toter Kinder sollte UNICEF später mit 
über eine halbe Million beziffern.

Sanktionen sind populär wie nie, aber über ihre Folgen wird selten gesprochen. Sie seien keine Alternative zum Krieg – sondern Krieg mit anderen Mitteln… Den Preis bezahlt vor allem die Zivilbevölkerung mit ihrem Leib und Leben.” So beschrieb der Islamwissenschaftler Fabian Goldmann die Folgen von 13 Jahren Sanktionen gegen den Irak von 1990 bis 2003. https://www.deutschlandfunkkultur.de/sanktionen-krieg-mit-anderen-mitteln.1005.de.html?dram:article_id=457320

Ein Atomkrieg aus Versehen: Vortrag mit Professor Bläsius

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Atomkrieg aus Versehen -Aufzeichnung der Veranstaltung mit Prof.Bläsius 20.5.2021

Die Aufrüstung und die militärische Konfrontation mit Russland und China werden immer bedrohlicher.
Unabhängig davon, wird ein “Atomkrieg aus Versehen” immer wahrscheinlicher. Am 26.9.1983 trennten uns nur Sekunden vom GAU und „nuklearem Winter“.

https://www.youtube.com/watch?v=zQx3tDAniCc&t

 

 

Damals entschied ein Mensch, Stanislaw Petrow, die Computer-Meldung vom Start von US-Atomraketen als Fehlalarm einzustufen und keinen nuklearen Gegenschlag einzuleiten.

Heute und Zukunft werden – auch wegen immer kürzeren Vorwarnzeiten- primär KI-Systeme ( künstliche Intelligenz ) – emotionslos aus Basis von Algorhytmen – über den Abschuss von Atomwaffen entscheiden. Der Countdown läuft…

Professor Bläsius, Hochschule Trier, Experte für KI , informierte über das zunehmende Risiko eines Atomkrieges aus Versehen auf einer Online-Veranstaltung der DFG-VK und des Freiburger Friedensforums am 20.5.2021.

Auf den Spuren von Krieg und Gewalt: Gedenkengang

Badische Zeitung am 12. Mai 2021

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Auf den Spuren von Krieg und Gewalt
Rund 60 Menschen kamen am Montagabend zu einem Gedenkrundgang vieler verschiedener Gruppen im Stadtteil Stühlinger
Von Anja Bochtler

FREIBURG-STÜHLINGER. Diesmal war Gottfried Beck (88) zum ersten Mal der Einzige, der noch von seinen eigenen Erinnerungen erzählen konnte: Erinnerungen an den 10. Mai 1940, als deutsche Kriegsflieger auf dem Weg nach Dijon versehentlich den Stadtteil Stühlinger bombardierten. Gottfried Beck, damals sieben Jahre alt, war in der Nähe des Hildaspielplatzes, wo 13 Kinder getötet wurden. Insgesamt starben 57 Menschen. Das jährliche Gedenken des SPD-Ortsvereins an diesen Tag war am Montag der Abschluss eines Gedenkrundgangs im ganzen Stadtteil.

Nicht nur am Spielplatz, sondern auch an der Hebelschule steht Gottfried Beck am Mikro: In der Nähe des Schilds, das dort an die jüdischen Freiburgerinnen und Freiburger erinnert, die im Oktober 1940 ins Lager nach Gurs deportiert wurden. Sie mussten sich davor in der Hebelschule versammeln. Gottfried Beck wurde damals von seiner Mutter aufgefordert, einer Frau ihr Gepäck zum Zug zu tragen – viel war es nicht, weil die Menschen fast nichts mitnehmen durften. Gottfried Beck hat das nie vergessen.

Der Grund dafür ist profan: „Die Frau war so anständig, dass sie mir 50 Pfennig Trinkgeld gab“, sagt er – das sei zu der Zeit „ein Vermögen“ und zehn Mal so viel wie das übliche Trinkgeld gewesen. Später, als er die Hintergründe kannte, machte ihn die nette Geste der Frau, die von den Deutschen in den Tod geschickt wurde, sehr betroffen. Dass an der Hebelschule inzwischen zumindest eine Gedenktafel an die Menschen erinnert, für die das Schulgebäude zu einer Etappe auf dem Weg zu ihrer Ermordung wurde, liegt am Engagement des früheren Lehrers Hanjo Glatting. Er ist nicht der Einzige, der bei diesem Gedenkrundgang, der von einem breiten Bündnis von Gruppen organisiert wurde,
betont, wie schwierig es auch noch Jahrzehnte nach dem Nationalsozialismus war, Gedenkorte zu etablieren. Eigentlich
wollte er mehr über die Täter herausfinden – über Nazi-Lehrer, die an der Hebelschule unterrichtet, und Offiziere, die
Kinder dort zum „Volkssturm“ mobilisiert hätten. Doch er kam in den Archiven nicht voran. Es habe geheißen, dass die
Akten verbrannt seien. Er fordert ein „würdiges Gedenken“, sichtbarer als das unauffällige Gedenkschild, und klares
Eintreten gegen die AfD. Davor hatte Max Heinke an der Stele für die ermordeten Menschen aus der Kreispflegeanstalt an der Eschholzstraße hervorgehoben, wie mühsam der Kampf der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der
Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BdA) für die 1991 eingeweihte Stele gewesen sei. An diesem Ort hatten
sich entsetzliche Szenen abgespielt, sagt Friedhilde Rißmann-Schleip vom Arbeitskreis „NS-Euthanasie und Ausgrenzung
heute“ der Freiburger Hilfsgemeinschaft für psychisch Kranke: Eine Pflegerin habe geschildert, wie sich Patienten vor dem Transport in Todesangst an ihr festklammerten. Die verantwortlichen Ärzte seien begnadigt worden, die Opfer mussten für eine Entschädigung kämpfen.

Und wo sind die Probleme der Gegenwart? Am einstigen Bunker an der Stühlinger-Garage unter der Stadtbahn-Brücke
fordert Uta Pfefferle vom Freiburger Friedensforum – wie die Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG/VK) und andere Gruppen – , dass die deutsche Regierung wie 54 weitere Staaten den Atomwaffenverbotsvertrag unterschreiben solle. Die Bundeswehr dürfe nicht mehr an Schulen auftreten, verlangt der Friedenspädagogische Runde Tisch Freiburg. Maren Moormann vom Verein „Schwere(s) Los“ begrüßt junge westafrikanische Geflüchtete, die am Stühlinger Kirchplatz dazukommen. Sie kritisiert, dass im reichen, ungleichen
Deutschland Wohnungslose, Geflüchtete und Grundsicherungsempfänger gegeneinander ausgespielt würden. Statt die Klischees von Drogenhändlern am Stühlinger Kirchplatz zu bestärken, sollten alle die Geschichten der Geflüchteten, die
sich hier aufhalten, hören.

Am Hildaspielplatz verweist Uwe Stöhr vom SPD-Ortsverein auf die Problematik der Lieferung von deutschen Waffen an
die Türkei, die dann im Jemen eingesetzt würden: „In ein paar Jahren stehen dann im Jemen Menschen an Spielplätzen und gedenken toter Kinder, so wie wir hier.“

Gedenkengang zum Bombenangriff vom 10. Mai 1945 auf einem Spielplatz in Stühlinger, Freiburg

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Am Montag, 10.05., gedenken wir ab 17 Uhr auf einem Gedenken-Gang sowohl der Opfer des Bombenangriffs auf Freiburg vom 10.05.41 als auch weiterer Opfer des Dritten Reichs sowie der machtpolitischen Grabenkämpfe bis in unsere Zeit. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass Frieden bewusst geschaffen und bewahrt werden muss. Wir laden ein, hierzu am Montag einen kleinen Beitrag zu leisten und teilzunehmen. Start ist um 17 Uhr bei der Gedenkstele der Kreispflegeanstalt Eschholzstraße 88/90.

Ostermarsch 2021 in Müllheim

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Auch im südbadischen Müllheim fand gestern Ostermontag, wie jedes Jahr,
der Ostermarsch statt, an dem sich schätzungsweise annähernd 200
Menschen beteiligt haben. Der Ostermarsch stand unter dem Motto
:“Entschieden für Frieden und gegen rechte Hetze“, beginnend mit einer
Auftaktkundbebung vor der Robert Schumann Kaserne, Sitz der Deutsch
Französischen Brigade. Dort haben Ulrich Rodewald vom Friedensrat
Müllheim und eine Vertreterin des DGB Abrüstung statt Aufrüstung
gefordert und die 2% Forderung der Nato für Aufrüstung und
Vorbereitungen für den Einsatz von Atomwaffen aus Büchel verurteilt. Der
anschließende Ostermarsch durch die Stadt endete auf dem Markplatz mit
einer Abschlusskundgebung, die von einer Roma Kapelle umrahmt wurde. Uta
Pfefferle vom Freiburger Friedensforum forderte in ihrer Rede den
Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag und warb für die
Städteinitiative Mayors for Peace. Ann Katrin Vetter vom Friedensrat
Müllheim skizierte u. a. die Lage der Flüchtlinge und die Gefahr durch
Rechtsextremismus und u. a. in den KSK Calw.

Fotos: Max Heinke

Atomwaffenverbotsvertrag am 22.1.2021 rechtskräftig! Deutschland muss beitreten!

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Aktion auf dem Rathausplatz in Freiburg am Freitag, 22.1. um 15:30h

Pressebericht: Freiburger Friedensforum & DFG-VK

Friedensgruppen fordern Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrages durch Deutschland.

Freiburger Friedensgruppen haben am 22.Januar 2021 nach vielen Rückschlägen einen kleinen Grund zum Feiern. Denn an diesem Tag tritt der UNO-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen in Kraft.

Das Freiburger Friedensforum sieht in dem Vertrag einen Meilenstein auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien Welt. Der Vertrag verbietet allen unterzeichnenden Staaten Atomwaffen zu testen, zu entwickeln, zu produzieren und zu besitzen. Außerdem sind die Weitergabe, die Lagerung und der Einsatz sowie die Drohung des Einsatzes verboten.

Für diesen Vertrag hatte die Friedensbewegung jahrelang gekämpft, allen voran die Organisation ICAN, die für ihr Engagement 2017 den Friedensnobelpreis erhielt.

Aber auch die Stadt Freiburg hatte sich für diesen Vertrag eingesetzt. Am 19.April 2019 unterzeichnete der neue Oberbürgermeister Martin Horn den „Internationalen Städteappell“ für das Verbot von Atomwaffen. Darin hieß es:

Unsere Stadt/unsere Gemeinde ist zutiefst besorgt über die immense Bedrohung, die Atomwaffen für Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt darstellen. Wir sind fest überzeugt, dass unsere Einwohner und Einwohnerinnen das Recht auf ein Leben frei von dieser Bedrohung haben. Jeder Einsatz von Atomwaffen, ob vorsätzlich oder versehentlich, würde katastrophale, weitreichende und lang anhaltende Folgen für Mensch und Umwelt nach sich ziehen. Daher begrüßen wir den von den Vereinten Nationen verabschiedeten Vertrag zum Verbot von Atomwaffen und fordern die Bundesregierung zu deren Beitritt auf.“

Deutschland hat sich bisher geweigert dem Vertrag beizutreten. Uta Pfefferle als Sprecherin vom Freiburger Friedensforum erklärte hierzu:

Das ist für ein Land, das zwei Weltkriege zu verantworten hat, äußerst traurig und beschämend.  Es ist aber auch hochgefährlich. Denn solange es Atomwaffen gibt und US- Atomwaffen und die Kommando-Zentralen EUCOM und AFRICOM im süddeutschem Raum stationiert sind, solange sind diese Orte selbst vorrangige Ziele von Atomwaffen oder Terroranschlägen. Zudem will Deutschland neue Trägerflugzeuge anschaffen, mit denen Bundeswehr-Soldaten im Ernstfall dann US-Atombomben auf Städteziele einsetzen sollen“.

Die Freiburger Friedensgruppen haben die Stadt und Martin Horn als Mayor for Peace gebeten, diesen Vertrag u.a. durch eine Beflaggung zu würdigen und weiterhin den Beitritt zu diesem Vertrag aktiv einzufordern.

Freiburger Friedensforum, fff@fffr.de

Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK ) freiburg@dfg-vk

Mahnwache für Julian Assange am 11.12.2020

     

Freiburger Friedenswochen 2020

Die Freiburger Friedenswochen stehen bevor!

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation werden die Veranstaltungen online stattfinden. Anmelden kann man sich per E-Mail an friedenswoche@rib-ev.de mit dem Namen der Referent*innen. Der Link für die Konferenz wird dann vor Beginn der Veranstaltung einzeln gesendet.

Am Dienstag den 17.November der Vortrag „100 Sekunden bis Mitternacht“ und Q&A mit Philipp Jennings 19 Uhr

Der Vortrag wird in Englisch gehalten mit deutscher Übersetzung.
Philipp J. Jennings ist Co-Präsident des IPB, des Internationalen Friedensbüros, das sich seit 1891 für den Frieden engagiert. Der kürzlich verstorbene legendäre US-Bürgerrechtler John Lewis hat einmal gesagt: „Wenn du etwas siehst, das nicht richtig oder fair ist oder einfach, musst du etwas sagen, du musst etwas tun. Du musst in Schwierigkeiten kommen, gute Probleme, notwendige Probleme.“ Im Januar dieses Jahres veröffentlichten die Atomwissenschaftler der USA die Weltuntergangsuhr 2020. Es war die nächste Mitternacht, seit die erste Weltuntergangsuhr 1947 veröffentlicht wurde. Die covid19-Pandemie, die sich verschlechternde Klimakrise, die wirtschaftliche Ungleichheit, die Erniedrigung der Menschenrechte, die massive Zunahme der globalen Militärausgaben, kollabierende Rüstungskontrollverträge, neue Investitionen in Atomwaffen, neue Szenarien für ihren praktischen Einsatz, neue Waffen auf dem Weg nach Europa haben die zweite Hand wahrscheinlich näher an Mitternacht getrieben. Philip Jennings ist der kürzlich gewählte Co-Präsident des ältesten Friedensbüros der Welt, das in der Friedenswoche darüber sprechen wird, warum wir „gute Probleme“ für Planet, Menschen und Frieden machen müssen.
Am Mittwoch den 18. November der Vortrag „Globale Kampagne zu Militärausgaben – Was wirklich zählt“
und Q&A mit Jordi Calvo Rufanges  19Uhr

Der Vortrag wird auf Spanisch gehalten und ins deutsche Übersetzt.Jordi Calvo Rufanges arbeitet im Centre Delas Barcelona.

Er wird darüber sprechen, wie Frieden, Krieg und Sicherheit auf ein liberales Paradigma reagieren, welches die Wahrscheinlichkeit, in den Krieg zu ziehen, erhöhen lässt. Zusätzlich wird er darüber sprechen wie Waffenhandel, Militärausgaben und die Finanzierung von Waffen und Rüstungsunternehmen die Welt unsicherer machen. Alternativen zu der liberalen Sicherheitspolitik und Militarisierung kommen von sozialen Bewegungen, welche jedoch Pazifismus und Abrüstung in ihre zentralen Werte mit aufnehmen müssen. Mehr Wissen gegen waffenverbreitung und Militarismus sind nötig und können uns als Möglichkeit dienen um eine Kultur des Friedens zu kreieren.

Am Mittwoch den 25. November der Vortrag „Kleinwaffen in Kinderhänden – deutsche Waffenexporte und schwere kinderrechtsverletzungen“ und Q&A mit Ralph Willinger 19Uhr
 
Der Vortrag wird auf deutsch gehalten.
Die Vereinten Nationen haben sechs schwere Kinderrechtsverletzungen in bewaffneten Konflikten definiert und dokumentieren diese jedes Jahr, darunter das Rekrutieren von Kindern als Soldaten, Tötung und Verstümmeln, sexuelle Gewalt und Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser. Deutschland liefert in viele Konfliktländer, in denen inderrechte schwer verletzt werden, Kleinwaffen, Munition und andere Waffensysteme und trägt damit zum Leid der Kinder bei. Ralf Willinger, Referent für Kinderrechte vom Kinderhilfswerk terre des hommes, stellt in seinem Vortrag Fakten und allbeispiele aus Lateinamerika, Afrika und Asien dar, berichtet von Kindersoldaten und Kindersoldatinnen, die er getroffen hat, und benennt die Verantwortung deutscher Rüstungsunternehmen.
Am Freitag den 27.November „Die Festung Europa: Abschottung um jeden Preis und ihre Folgen“ mit Beiträgen von Michaela Ruesse u.a. 19Uhr
Der Vortrag wird auf deutsch gehalten.
In der Flüchtlingspolitik hat sich die EU endgültig von ihren Werten verabschiedet. Menschenrechte und die Herrschaft des Rechts gelten noch innerhalb, an den Außengrenzen sind sie weitgehend abgeschafft und das Völkerrecht wird systematischgebrochen. Auf den griechischen Inseln werden zehntausende Geflüchtete in Lagern
festgehalten, in denen alle Grundsätze der Humanität nicht mehr gelten.
Im zentralen Mittelmeer arbeitet Frontex der sog. libyschen Küstenwache zu mit dem Ziel, alle, die die gefährliche Überfahrt in seeuntüchtigen Booten wagen sollten, wieder in die Folterlager zurück zu bringen. Staatliche Seenotrettung seitens der EU findet nur begrenzt oder nicht statt. Abschreckung ist das Prinzip und das Gesicht Europas nach außen geworden. Wir wollen Wege aufzeigen, wie humanitäre Grundsätze wieder Normalität werden können, und wie wir mit der Migration umgehen müssen.
Wir freuen uns auf eure Anmeldungen
RüstungsInformationsBüro und das Freiburger Friedensforum
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